Seelenkompass – HUND!

Im Film Der goldene Kompass haben alle Menschen einen Dämon an ihrer Seite – mit anderen Worten: ein Krafttier! Und in dieser Geschichte verändern die Dämons ihre Gestalt, bis sie sich eines Tages auf eine bestimmte Wesensnatur festlegen.

Wird jedoch der Mensch von seinem Krafttier getrennt, erkrankt er schwer. Ihm fehlt sozusagen seine Seele. Und in dieser Geschichte geht es um ein kleines Mädchen, das Kinderseelen rettet. Kinder, die von ihrem Dämon getrennt und damit von ihrer wahren Seelennatur abgeschnitten werden – und das nur, um sie besser kontrollieren zu können.

Der Film lebt von wundervollen Bildern, in denen sich unsere Vorstellung von Realität und Fantasie auf magische Weise vermischt. Sie schaffen transzendente Übergänge, die uns mit anderen Dimensionen verbinden. Es geht um die Entdeckung von Staub, jene feinstoffliche Substanz, die alles miteinander verbindet.

Mein Krafttier heißt Amy und sie hat in diesem Leben die Gestalt eines Hundes angenommen. Uns verbindet eine tiefe Seelenliebe, denn sie ist nicht nur ein Tier, das ich jeden Tag füttere und in meinem Haus beherberge. Nein, sie ist viel mehr! Diese Hündin begleitet mich seit zwei Jahren und sie ist mehr als nur ein Lebewesen mit Fell, das Hunger hat und Gassi gehen muss. Amy spiegelt mein Inneres. Mit feinsten Sensoren ausgestattet nimmt sie meine Gefühlswelt wahr. Und so überraschend wie sie in mein Leben purzelte, meldeten sich auch die kritischen Stimmen zu Wort:

„Mensch, was willst Du mit einem Hund? Du hast doch gar keine Zeit dafür! Überleg Dir das gut! Ein Hund kostet Geld und viel Zeit. Das ist eine Verpflichtung, die man eingeht – die kann man nicht einfach wieder abgeben. Du kannst nicht mehr einfach so in den Urlaub fahren! Überleg doch mal… Hotelzimmer buchen und… und… und!“

Alles Argumente, die ich verstehe, denn ich hatte sie auch – solange bis ich selbst einen Hund hatte. Und mit dem Hund und mit der Liebe zu diesem Tier änderte sich automatisch mein Leben. Ja, ich verpflichtete mich, ihr zu dienen – und zwar bedingungslos! Ich integrierte sie als ein neues Mitglied der Familie in mein Leben und passte meine Zuhause, meine Arbeit und meinen Rhythmus den neuen Umständen an. Und alle Stimmen, die mich vorher ermahnten, sind heute ein großer Fan von ihr. Einige meiner Bekannten rufen sogar an, um mit ihr in den Wald zu gehen. Andere wiederum sind aus meinem Leben verschwunden, weil sie es nicht verstanden haben, dass ich nun andere Zeiten habe und nicht mehr die Nacht zum Tag machen kann.

Mein Leben hat eine neue und viel gesündere Struktur bekommen. Natürlich kann man sagen, dass es in einem eingeschränkten Rahmen abläuft, aber in Wirklichkeit ist sie der Gang nach draußen in die Natur und meine Erdung in dieser verrückten Welt. Sich am Sonntag früh um 7 Uhr anzuziehen, kostet auch mich Überwindung. Klar, gibt es Momente, wo ich denke: „Oh, bitte nicht! Ich bin müde und mag nicht aufstehen.“ Doch sobald ich mich aus dem Bett erhebe und sehe, wie mich dieses strahlende Geschöpf anlacht …(und ich glaube, dass sie lachen kann!), mir wortlos sagt: „Juchuu, jetzt geht’s los!“ und mir aufgeregt die Leine bringt, vergesse ich die Müdigkeit. Dann laufe ich los und bin wieder ganz in meiner Mitte.

Amy bringt jeden Tag aufs Neue meinen wahren Wesenskern ans Licht. Pumps und Schnicki-Schnacki-Klamotten gehören jetzt zur Vergangenheit. Heute trage ich Turnschuhe, Boots und Gummistiefel, die Wind- und Wetter tauglich sind, und ich fühle mich pudelwohl! Make-up und Haarstyling sind nicht mehr so wichtig – zumindest nicht in dem Maße wie früher. Dafür gibt es dann Abende oder Events, wo ich mich von meiner sexy Seite zeigen kann. Dieser Hund begleitet mich und es ist mehr, als mit mir zusammen zu sein, neben mir herzulaufen und von mit gefüttert zu werden. Dieses Wesen hat meine Seele geöffnet und sie spiegelt auf jedem Schritt die verdrängten und unbewussten Aspekte meiner Innenwelt. Sie spiegelt mir jene Gefühle, die unterdrücke und zeigt mir all meine Themen, die ich vor mir selbst verborgen halte.

So habe ich monatelang mit der Leine gekämpft. Ich wollte unbedingt, dass sie mit mir im Gleichschritt läuft. Doch Amy dachte nicht daran, ihr Tempo an meinen Schritt anzupassen – im Gegenteil. Sie zog mich durch die Straßen. Ich hatte bereits Gummiarme, die um den halben Block reichten. Ich war verzweifel und dachte: „Ich werde nichts in meinem Leben erreichen, wenn ich es nicht mal schaffe, diesen Hund in irgend einer Form zu erziehen!“ Oder sollte ich lieber sagen: zu KONTROLLIEREN!?

Ja, ich wollte wie so viele Menschen mein Leben kontrollieren – ebenso meine Jobs und auch die Menschen in meinem Umfeld. Doch das Leben ist nicht zu kontrollieren. Und schon gar nicht ein Tier. Mag sein, dass es uns aus Angst folgt, aber das ist nicht die Lösung. Ich war so fertig mit den Nerven, dass ich wütend die Leine wegwarf und rief: „Dann hau doch ab! Ich hab keinen Bock mehr!“

Und in diesem Moment sah sie mich erschrocken an – so nach dem Motto: „Häh, wie jetzt?“ und lief wie ein zahmes Lämmchen neben mir her. Ja, diese süße Hündin hat mir beigebracht, wie man loslässt… und VERTRAUT!

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Und mir wurde noch etwas bewusst. Ich dachte, wenn ich der Hund wäre und das Problem am anderen Ende der Leine ist … Was will mir diese Situation denn zeigen? Augenblicklich blitzten die verschiedenen Gesichter vor meinem inneren Auge auf und ich erkannte, wer hier wirklich an der Leine geführt wird. Ich selbst war es, die sich von anderen zurückhalten und steuern ließ. Ich war es, die anderen die Führung über mein Leben überlassen hatte und eigentlich weglaufen wollte. Ich versuchte, nach vorn zu preschen und immer schneller zu werden … mir fehlte die innere Ruhe und der Mut zur Selbstverwirklichung. Ich fühlte mich angebunden, festgehalten und eingeengt. Ich wollte laufen, springen, hüpfen und wie wild umher tollen, doch mein Umfeld wollte das nicht. Ja nicht so große Sprünge machen; ja nicht auf die gefährliche Straße rennen, wo die Autos fahren; und „Oh Gott oh Gott, da könnte Schlimmes passieren!“

Boah … bingo. Ich selbst war die FEST-GEBUNDENE – an der Leine gegängelt und kontrolliert. Mein Frust war gar nicht der Hund. Sie hat mir nur gezeigt, wo ich gefangen bin. Und in dem Moment, wo mir das klar wurde, löste sich meine innere Verkrampfung. Amy war entspannt und ich war glücklich.

Amy ist viel mehr als ein Familienmitglied. Sie ist meine beste Freundin und auch meine Lehrerin, denn sie spiegelt meinen tiefsten Wesenskern. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet sie mich begleitet, denn ihr Wesen und ihre Aufgabe gehen auf Resonanz mit meinen Seelenthemen. Sie passt sich bedingungslos an. Bedingungslos – aus purer Liebe macht sie mich und mein Umfeld GANZ. Ja, sie spiegelt mein wahres Selbst. Sie ist mein goldener Kompass!

http://www.cineclub.de/filmarchiv/2007/der-goldene-kompass.html

 

Das Motiv „Frau mit Hund“ dieses Artikels stammt von Pinterest.

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Veröffentlicht von

Peggy Rockteschel

PEGGY ROCKTESCHEL Autorin, individuelle PR und Glückbringer.in "Jeder Mensch hat tief in sich eine Idee, von dem, was er sein will und warum er hier ist. Ich begleite Dich auf dem Weg des Erkennens und das Umsetzen in die gelebte Erfahrung. In einer INDIVIDUELL gestalteten BERATUNG erhältst Du das Werkzeug zur KLÄRUNG Deiner persönlichen Themen und lernst das Wahr-Nehmen Deiner beruflichen MÖGLICHKEITEN."

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